Häufig gestellte Fragen

Reform der Berufsausbildung

Was ist ein Leistungsbaustein oder ein Modul?

Die Kompetenzen, über die ein Auszubildender am Ende seiner Lehrzeit verfügen muss, sind im Ausbildungsprogramm zusammengefasst und in verschiedene Bausteine unterteilt, d. h. in Ausbildungsbereiche. Jeder Baustein ist seinerseits in Module unterteilt und deckt eine oder mehrere Kompetenzen ab. Die Basis- (FO) und Zusatzmodule (CO) sind obligatorische Module. Die Basismodule sind unabhängig und werden schrittweise erlernt. Die Zusatzmodule sind nicht schrittweise aufgebaut und sind untereinander unabhängig. Mithilfe der optionalen Module (FA) kann sich der Auszubildende in einem Bereich seines Berufs spezialisieren oder eine weiterführende Ausbildung vorbereiten.

Wie erstellen Sie eine Bewertung Ihres Auszubildenden?

Die Bewertung ist ein integraler Bestandteil des Ausbildungsprozesses und erlaubt die Kontrolle sowie die Bestätigung der in jedem Halbjahr vom Auszubildenden erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse. Dieser neue Ansatz der Kompetenzen erlaubt es, die Stärken und Schwächen des Auszubildenden in der praktischen Ausbildung klar zu erkennen, Ziel ist es, bis zum Ende der Lehrzeit zumindest alle obligatorischen Kompetenzen zu erwerben.

Eine Bewertung wird in unterschiedlichen Kenntnisstufen ausgedrückt:

Eine Kompetenz ist: "erworben" oder "nicht erworben". Sie ist "erworben", wenn der in der Bewertungstabelle angegebene Sockel erreicht oder überschritten ist.

Ein Modul ist:

"nicht bestanden": wenn eine oder mehrere obligatorische Kompetenzen nicht erworben sind

"bestanden": wenn vier Fünftel (4/5) der obligatorischen Kompetenzen erworben sind

"gut bestanden" oder "sehr gut bestanden": wenn der Auszubildende nach Ansicht des Evaluierungsverantwortlichen eine gute oder sehr gute Leistung zeigt, sowohl bei den evaluierten obligatorischen wie in den ausgewählten Kompetenzen. Die Bewertung des Moduls geschieht gemäß dem Bezugssystem der Bewertung sowie nach den vorgeschriebenen Evaluierungsmethoden. Die Module müssen sofort nach ihrer Vollendung evaluiert werden. In begründeten Ausnahmefällen können die Ergebnisse der Bewertung der im Unternehmen erbrachten Module erst zum Ende des Schuljahrs vorliegen.

Hier geht es zur Bewertung meiner Auszubildenden: Hier klicken

Wann ist ein Modul bestanden und ein Leistungsbaustein erfolgreich absolviert?

Die Bewertung wird nach Modulen vorgenommen und bezieht sich auf die zu erwerbenden Kompetenzen. Das Modul ist "bestanden", wenn 4/5 der in diesem Modul als obligatorisch definierten Kompetenzen erworben wurden. Die ausgewählten Kompetenzen dienen dazu, das Ergebnis der Bewertung exakter zu justieren.

Ein Modul kann gut oder sehr gut bestanden sein, wenn die Leistungen des Schülers die definierten Mindestsockel überschreiten. Die Bewetrtungstabelle stellt eine Art Checkliste dar, auf der der Ausbilder die im Verlauf eines Halbjahrs erworbenen Kompetenzen ankreuzen kann. Der Leistungsbaustein ist erfolgreich absolviert, wenn jedes Basis- (FO) und Zusatzmodul (CO) des Bausteins bestanden ist. Er ist ebenfalls erfolgreich absolviert, wenn alle Basis- und Zusatzmodule dieses Bausteins mit Ausnahme eines einzigen Zusatzmoduls bestanden wurden, unter der Bedingung, dass am Ende der Ausbildung mindestens 95 % aller obligatorischen Module, abgesehen vom Modul des integrierten Projekts, bestanden wurden. (Für die Kandidaten der CCP-Ausbildung gilt diese Bedingung eines Mindesterfolgs in 95 % aller obligatorischen Module nicht; sie müssen allerdings mindestens 90 % aller im Ausbildungsprogramm vorgesehenen Module bestehen.)

Was ist ein integriertes Projekt?

Die Prüfungen am Ende der Lehre sowie die im alten System des CATP abgehaltenen Zwischentests werden im System des DAP und DT durch die integrierten Projekte ersetzt. Das integrierte Zwischenprojekt findet in der Mitte der Lehre statt. Das integrierte Abschlussprojekt findet am Ende der Ausbildung statt. Die beiden Projekte sind in einem Leistungsbaustein vereint und stellen ein eigenes Basismodul (FO) dar. Für das integrierte Projekt stellt die Bewertungskommission die konkrete Arbeitssituation fest und benutzt ein Bezugssystem der Bewertung, das die jeweilige Wichtigkeit einer zu erlangenden Kompetenz sowie das Niveau ihrer Beherrschung festlegt, das nötig ist, um das integrierte Projekt erfolgreich abzuschließen.

PII : integriertes Zwischenprojekt nach 3 Halbjahren

PIF : integriertes Abschlussprojekt nach 6 Halbjahren

Zulassung zum PIF, falls:

  • das PII bestanden wurde
  • alle Leistungsbausteine erfolgreich absolviert wurden

Die Lehre im Allgemeinen

Gibt es Hilfen zur Ausbildungsförderung für Ausbildungsbetriebe?

Der Ausbildungsbetrieb erhält für jeden Auszubildenden eine Beihilfe aus dem Beschäftigungsfonds, der eine durch großherzogliche Verordnung festgelegte Rückerstattung in Höhe von 27 % der Ausbildungsvergütung gewährt. Bei einer Ausbildung für das CCP hat der Ausbildungsbetrieb Anspruch auf eine Rückerstattung von 40 % der Ausbildungsvergütung.

Der Beschäftigungsfonds erstattet den Arbeitgebern ihren Anteil an den Sozialbeiträgen für die dem Auszubildenden ausbezahlte Vergütung. faq.apprentissage.item3=Diese Beihilfen werden pro Lehrjahr gewährt. Sie werden vom Beschäftigungsfonds gemäß dem Eingang an Anträgen auf Gewährung von Beihilfen und Fördermittel für die Ausbildung ausbezahlt, die vom Arbeitgeber und dem Auszubildenden vor dem 1. März des Jahres bei der Arbeitsverwaltung gestellt wurden, das auf das Jahr folgt, in dem das Ausbildungsjahr, das das Recht auf Beihilfen oder Prämien begründet, zu Ende geht.

Die Anträge auf Gewährung von Beihilfen und Fördermittel für die Ausbildung werden den Ausbildern und Auszubildenden von der Abteilung für Berufsorientierung (ADEM-OP) gemäß der von den Berufskammern ermittelten Daten zugesandt.

Von der Abteilung für Berufsorientierung (ADEM-OP) werden also jedes Jahr im Dezember die Ausbilder, die einen oder mehrere Auszubildende ausgebildet haben, sowie die Auszubildenden angeschrieben, die im Verlauf des vorangegangenen Schuljahrs einen Lehrvertrag abgeschlossen haben.

Quelle: www.adem.lu

Welches sind die spezifischen Eigenschaften der "Ausbildung für das Diplôme d’aptitude professionnelle (DAP)"?

  • Regeldauer: 3 Jahre (6 Halbjahre)
  • Vollzeit oder Berufsbegleitender Unterricht, findet vor allem im Betrieb statt
  • Messung der erworbenen Kompetenzen, je nach der konkreten Arbeitssituation und messbar an den integrierten Projekten: PII – integriertes Zwischenprojekt und PIF - integriertes Abschlussprojekt
  • Berufsvorbereitende Ausbildung, Möglichkeit einer Weiterbildung im Anschluss, um das Diplôme de technicien zu erwerben

Welches sind die spezifischen Eigenschaften der "Ausbildung für das Certificat de capacité professionnelle (CCP)"?

  • Regeldauer: 3 Jahre (6 Halbjahre)
  • Berufsbegleitender Unterricht, findet vor allem im Betrieb statt
  • Berufsvorbereitende Ausbildung, Möglichkeit einer Weiterbildung im Anschluss, um das Diplôme d’aptitude professionnelle (DAP) zu erwerben
  • Messung der erworbenen Kompetenzen, bezogen auf die jeweiligen Arbeitssituationen. Der Auszubildende muss sein Abschlussprojekt bestehen

Welches sind die spezifischen Eigenschaften der "Ausbildung für das Diplôme de technicien (DT)"?

  • Regeldauer: 4 Jahre (mittlerer und höherer Ausbildungszyklus)
  • Vollzeit im Lyzeum und Ausbildungspraktika im Unternehmen (Praktikumsvertrag / Praktikumsdauer: mindestens 12 Wochen)
  • Bestimmte DT Ausbildungen werden in den ersten Lehrjahren Vollzeit in der Schule angeboten. Am Ende der Ausbildung ist der Auszubildende, unter Lehrvertrag, teilweise im Betrieb tätig
  • Technische und berufsvorbereitende Ausbildung, um den Anforderungen des Arbeitsmarkts besser zu entsprechen
  • Zusätzliche Module für Schüler, die eine weiterführende Ausbildung anstreben

Lehrausbildung für Erwachsene: Welches sind die Zulassungsbestimmungen?

Anmeldung bei der Abteilung für Berufsorientierung der ADEM, wobei nachfolgende Kriterien zu beachten sind:

  • Am 1. September des laufenden Jahres mindestens 18 Jahre alt sein
  • Seit mindestens 12 Monaten nicht mehr im ursprünglichen Schulsystem eingegliedert sein oder unter Lehrvertrag stehen
  • Seit mindestens 12 Monaten bei der Zentralstelle der Sozialversicherungen angemeldet sein

Wenn alle obenstehenden Bedingungen erfüllt sind, befindet ein spezieller Ausschuss über die endgültige Zulassung zur Ausbildung für Erwachsene. Der Auszubildende mit Lehrvertrag für Erwachsene hat Anspruch auf den sozialen Mindestlohn für Nichtqualifizierte. Der Ausbildungsbetrieb erhält von der Abteilung für Berufsorientierung der ADEM die Differenz zu der Vergütung erstattet, die ein Auszubildender mit erstem Lehrvertrag erhalten würde.

Lehrvertrag

Welche Elemente muss der Lehrvertrag zwingend enthalten?

Der Lehrvertrag enthält zwingend:

  • Der Lehrvertrag enthält zwingend:
  • Name, Vorname, Beruf, Sozialversicherungsnummer und Wohnort des Arbeitgebers; wenn es sich um eine moralische Person handelt: den Firmennamen, den Sitz sowie die Namen, Vornamen und Funktionen der Personen, die sie im Vertrag rechtlich vertreten
  • Name, Vorname, Beruf, Sozialversicherungsnummer und Wohnort des Auszubildenden; wenn er minderjährig ist: den Namen, Vornamen und Wohnort seines Erziehungsberechtigten
  • Die Ziele und Modalitäten der Ausbildung im betreffendem Beruf
  • Das Datum der Unterzeichnung, das Datum des Beginns sowie der Dauer der Vertragslaufzeit
  • Die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien
  • Die Höhe der Ausbildungsvergütung
  • Die Dauer der Probezeit
  • Die Urlaubsregelung
  • Die Arbeitszeiten
  • Den Ort der Ausbildung: ein fester oder überwiegend genutzter Ausbildungsort oder, falls dieser nicht existiert, verschiedene sich in Luxemburg befindende Orte

Wie lange dauert die Probezeit?

Die Dauer der Probezeit ist auf 3 Monate festgelegt

Auf wie viele Tage Jahresurlaub hat der Auszubildende Anspruch?

Der Auszubildende hat Anspruch auf mindestens 25 Werktage bezahlten Urlaub pro Jahr.

Wann kann der Lehrvertrag unterschrieben werden?

Der Vertrag kann zwischen dem 16. Juli und 31. Oktober oder im Verlauf des Jahres unterschrieben werden, falls der Auszubildende aus einem bestehenden Lehrvertrag wechselt.

Das Recht, auszubilden

Wie erlangt man das Recht, auszubilden?

Die Ausbildung eines Auszubildenden erfordert grundsätzlich die vorherige Verleihung des Rechts auszubilden, an den Ausbildungsbetrieb.

Das Recht auszubilden, wird von der zuständigen Berufskammer und der Angestelltenkammer verliehen. Die Berufe, die keiner Berufskammer angegliedert sind, werden vom Ministerium für Bildung, Kindheit und Jugend sowie der Angestelltenkammer verwaltet.

Der Ausbildungsbetrieb muss folgende Bedingungen erfüllen:

Hinsichtlich des Unternehmens:

1. Allgemeine Bedingungen

Die allgemeine Form und Größe des Ausbildungsbetriebs müssen so beschaffen sein, dass sie die Berufsausbildung des Auszubildenden nach den von den Berufs- und Angestelltenkammern sowie dem Ministerium gemeinsam festgelegten Kriterien gewährleisten.

Festgelegte Kriterien:

Das Unternehmen muss im betreffendem Beruf eine Aktivität von mindestens 3 Jahren vorweisen können.

2. Verwaltungstechnische Bedingungen

Das Unternehmen muss im betreffendem Beruf eine Aktivität von mindestens 3 Jahren vorweisen können.

Hinsichtlich des Ausbilders:

Jedes Unternehmen muss einen Ausbilder vorweisen können, der die nachfolgend genannten allgemeinen und besonderen Bedingungen erfüllen muss. Ein Unternehmen, das noch niemals ausgebildet hat, muss diese Bedingungen innerhalb einer Frist von 6 Monaten erfüllen.

1. Allgemeine Bedingungen

  • Der Ausbilder muss den 3-tägigen Lehrgang für Ausbilder absolviert haben
  • Der Ausbilder muss eine langjährige Erfahrung als Ausbilder vorweisen können oder im Besitz eines Universitätsdiploms in Pädagogik sein

2. Besondere Bedingungen

  • Der Ausbilder muss mindestens 21 Jahre alt sein
  • Der Ausbilder muss einen einwandfreien Leumund besitzen
  • Der Ausbilder muss die von den Berufskammern für die jeweiligen Berufe festgelegten beruflichen Qualifikationen vorweisen können
  • Der Ausbilder muss im betreffendem Beruf zumindest ein DAP oder eine vergleichbare Berufserfahrung im Ausbildungsberuf vorweisen können (in der Lage sein, das praktische Ausbildungsprogramm zu unterrichten)

Anmelddung von Lehrstellen

Wie muss ich vorgehen, um meine Lehrstelle anzumelden und einen Auszubildenden einzustellen?

  1. Füllen Sie die déclaration de poste d’apprentissage(.PDF) / déclaration de poste de stages de formation (.PDF) aus und schicken Sie sie an die ADEM – Abteilung Berufsorientierung
  2. Besitzt Ihr Unternehmen bereits das Recht auszubilden? (wenn JA, fahren Sie mit Punkt 6 fort.)
  3. Füllen Sie die Demande en obtention du Droit de former (.PDF) aus Letztere wird Ihnen ebenfalls auf dem Postweg zugeschickt)
  4. Ihre Anfrage auf Bewilligung des Rechts auszubilden, wird von der Kommission "Ausbildungsrecht" geprüft werden, eine Antwort wird Ihnen so schnell wie möglich zugestellt (in etwa 2-3 Wochen)
  5. Nach einer positiven Entscheidung der Kommission "Ausbildungsrecht" müssen Sie sich von nun an bei der formation pour tuteurs einschreiben
  6. Entscheiden Sie sich für einen von der ADEM – Abteilung Berufsorientierung vorgeschlagenen Auszubildenden und schicken Sie die Carte d’assignation zurück (außer wenn Sie schon einen Kandidaten haben)
  7. Der contrat d’apprentissage (.PDF) ist zu unterschreiben und an uns auf dem Postweg zurückzusenden, sie wird Ihnen so schnell wie möglich zugestellt

Was ist der Unterschied zwischen einer Lehre und einem Praktikum?

Die Lehre ist eine praktische Berufsausbildung mit dualer Struktur: Schule und Betrieb. Man unterscheidet zwischen Ausbildungen, die mit dem Diplôme d’aptitude professionnelle (DAP) enden, und solchen, die mit dem Certificat de capacité professionnelle (CCP) enden. Ein Teil der Ausbildung konzentriert sich auf die dem Auszubildenden vom Ausbilder erteilte praktische Unterrichtung in einem Beruf. Der Auszubildende muss parallel dazu eine allgemeine wissenschaftliche, ethische und soziale Ausbildung in einer Berufsschule (lycée) absolvieren. Die Regeldauer einer Lehre beträgt 6 Halbjahre (3 Jahre); sie kann in Ausnahmefällen verlängert werden, wenn der Auszubildende Module nachholen muss.

Das Diplôme de technicien (DT), ein Zeugnis der beruflichen Erstausbildung, unterscheidet sich vom Diplôme d’aptitude professionnelle (DAP) durch vertiefte und differenziertere Kompetenzen sowie durch eine breitere Allgemeinbildung. Die Ausbildung mit Diplôme de technicien (DT) sieht ein Praktikum in einem Unternehmen vor. Jedes Praktikum dauert mindestens 4 Wochen am Stück, was 160 Stunden entspricht.

Die beiden Diplome der beruflichen Erstausbildung sehen vor:

Für das (DAP)

Einen Lehrvertrag und/oder je nach Beruf einen Praktikumsvertrag zwischen den betroffenen Parteien: der Schule, dem Ausbildungsbetrieb (dem Ausbilder) und dem Auszubildenden.

Für das (DT)

Einen Praktikumsvertrag zwischen den betroffenen Parteien: der Schule, dem Ausbildungsbetrieb (dem Ausbilder) und dem auszubildenden Schüler.

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